„Wer Wissen teilt, vermehrt es.“

 


     

 

Bericht zum jährlichen Erfahrungsaustausch der Energieeffizienz-Netzrwerker am 14. November 2019 in Frankfurt

In diesem Erfahrungsaustausch wurde zunächst über den Stand der Entwicklung der Energieeffizienz-Netzwerke von Steffen Joest, Geschäftsstelle der IEEN, berichtet: die Gründungsrate der Netzwerke ging in 2019 deutlich zurück, insgesamt sind rund 250 Netzwerke gemeldet, dennoch besteht die Chance, dass die beiden Ziele der Initiative - 75 PJ Primärenergieeinsparung und 5 Mio. t CO2-Minderung - erreicht werden könnten, wenn die bestehenden Netzwerke und noch neu entstehende weitere Effizienzerfolge bis Ende 2020 wie bisher realisieren.

Diese Zielzahlen sind alle "Brutto-Wirkungen", wo der autonome energietechnische Fortschritt durch Re-Investitionen und die Wirkung der Pflicht-Audits und Investitionsförderprogramme mit einfließen. Diese Bruttowirkung ist durch Summierung aller ergriffenen Maßnahmen berechenbar. Der Vortrag von Eberhard Jochem, IREES Karlsruhe, ging auf die Frage der zusätzlichen Wirkung allein der Netzwerkarbeit ein. Sie wird auf knapp 1,0% pro Jahr (Durchschnittswert), d.h. in der gleichen Größenordnung wie der autonome energietechnische Fortschritt geschätzt. Statistische Analysen konnten aufgrund fehlender Fallzahlen dieses Ergebnis des Netzwerk-Monitorings noch nicht bestätigen, aber bei sozialwissenschaftlichen Befragungen antworten die Hälfte bis drei Viertel der Energiemanager, dass sie durch die Netzwerkbeteiligung mehr und schneller umgesetzt hätten.

Die fünf Workshops im Anschluss fanden großes Interesse:

  • Zwei technische Themen befassten sich mit der Abwärmenutzung (Vortrag 1 / Vortrag 2 / Vortrag 3), die bisher in der Industrie oft vernachlässigt wurde, jetzt aber mehr in den Fokus kommt, sowie mit der solaren Prozesswärme, die insbesondere bei denjenigen Unternehmen Interesse findet, die schon länger im Bereich der Energieeffizienz intensiv tätig waren oder die seitens ihre Geschäftsleitungen die Zielsetzung erhalten haben, bis 2030 oder 2040 klimaneutral produzieren zu müssen.
  • Dieses Thema der klimaneutralen Produktion und ihre breitere Orientierung an Nachhaltigkeits-Zielen wurde in einem viel besuchten Workshop aufgegriffen. Bereits die Hälfte der Unternehmen beschäftigt sich mit Nachhaltigkeits-Fragen und -Zielen. Ob diese Thematik in bestehenden Netzwerken oder in einem neuen Typ von Netzwerken aufgegriffen werden sollte, wurde ebenso diskutiert wie auch die Frage, ob die einzelnen Teilnehmer oder ihre Betriebe Vorbilder für klimabewusstes Verhalten und Produzieren sein können.
  • Wenn mehr Energieeffizienz und Klimaschutz mehr Investitionen statt Energieverbrauch heisst, rückt die Frage ihrer Finanzierung in den Blick. Deshalb widmete sich ein Workshop dem Thema, dass und wie die Netzwerkarbeit die Inanspruchnahme von Fördermitteln fördern könnte, die oft nur in geringem Umfang in Anspruch genommen werden.
  • Schließlich widmete sich ein Workshop den Erfahrungen in den kommunalen Netzwerken, die seit einigen Jahren mit einem attraktiven Förderprogramm auf etwa 50 Netzwerke angewachsen sind. So liegt es nahe, dass die AGEEN verstärkt den Erfahrungsaustausch unter den Netzwerkern der kommunalen Netzwerke fördert, aber auch zwischen den Netzwerkern von Unternehmens- und kommunalen Netzwerken; denn viele Techniken der Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien sowie Methoden und Moderationswissen sind in beiden Netzwerk-Zielgruppen die gleichen.

Der Erfahrungsaustausch wurde von vielen gelobt und mit neuen Ideen und neuem Elan verlassen.

 

Dr. Serafin von Roon

 

Vorstandsvorsitzender der AGEEN Arbeitsgemeinschaft der Energieeffizienz-Netzwerke Deutschland

 

Prof. Dr. Harald Bradke

 

Stellvertretender Vorsitzender der AGEEN  Arbeitsgemeinschaft der Energieeffizienz-Netzwerke