„Wer Wissen teilt, vermehrt es.“

 


     


Energieeffizienz-Netzwerke - ein Top-Thema auf den Berliner Energietagen

Mit dem Motto "Vielfältig, erprobt und auf gutem Wege“ war die Konferenz am 3. Tag der Berliner Energietage - am 22. Mai 2019 -  sehr gut besucht von 80 Akteuren aus Wirtschaftsverbänden und Politik, von Unternehmen als Energieverbraucher und Hersteller effizienter Maschinen und Anlagen, von Energieagenturen, Ingenieurbüros, und verschiedenen Gebietskörperschaften.

Steffen Joest, Leiter der Geschäftsstelle der Netzwerkinitiative sowie Prof. Eberhard Jochem (AGEEN, Arbeitsgemeinschaft Energieeffizienz-Netzwerke Deutschland e.V.) eröffneten die Veranstaltung mit den Fragen: Wie kann die Gründung von Energie-effizienz-Netzwerken beschleunigt und die öffentliche Wirkung weiter gesteigert werden? Wie sind die inhaltlichen Entwicklungen der Netzwerke in Zukunft im Hinblick auf die Bedürfnisse der Unternehmen und auf die Notwendigkeiten der Transformation der deutschen Industrie?
Die anschließenden Praxisberichte aus verschiedenen Netzwerktypen (Konzern-internes Netzwerk, vertreten durch Hubert Hermelingmeier, Miele; Branchen-Netzwerk, vertreten durch Asja Thielking, VDMA; und kommunales Netzwerk, vertreten durch Philipp Reiß, difu) stützten die Gedanken der Eröffnungsvorträge: Energieeffizienz-Netzwerke sind für jedes Unternehmen durch die Verminderung der Energiekosten sehr rentabel und die zusätzlichen Gewinnbeiträge im Betrieb überwiegen den zusätzlichen Arbeitsaufwand bei weitem. Oft werden die selbst gesteckten Effizienz- oder CO2-Minderungsziele von den Teilnehmern durch den Erfahrungsaustausch und die Motivation aus dem Netzwerk übertroffen. Zielgerichtete Unterstützung durch die Wirtschaftsverbände, IHKs, Energieagenturen und Energieversorger sowie eine intensive Kommunikation der Erfolgsgeschichten können die Netzwerkidee noch stärker in die Breite tragen.
Im Interview von Dr. Michael Brand, IZES mit Stefan Schirm von der BSH Hausgeräte GmbH, einem erfahrenen Netzwerker der ersten Stunde, wurde deutlich, wie vielfältig die Gründe sind, an einem Energieeffizienz-Netzwerk teilzunehmen. Auf die Frage, warum er anderen Unternehmen empfehle, in Energieeffizienz-Netzwerke zu gehen, sagte er: praktische Erfahrungen austauschen, über den eigenen Horizont sehen!
Wichtig ist aber auch die finanzielle Unterstützung für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Dr. Vaishali Zambre-Rehbein, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), stellte hierzu das neue Förderprogramm für Unternehmen in Industrie und Gewerbe vor und diskutierte mit den Teilnehmern die Chancen dieses mehr überschaubaren und erweiterten Förderprogramms.

 

 

Zum Ausklang der Veranstaltung wurde in einer Podiumsdiskussion über neue Ansätze in der Netzwerkarbeit diskutiert. Das Politik-Instrument „Energieeffizienz-Netzwerke“, das wesentlich auf der Eigeninitiative der Wirtschaft gründet und das auf Initiative der Bundesregierung zusammen mit 22 Verbänden und Institutionen der deutschen Wirtschaft mit Leben gefüllt wird, bedarf der Ausdifferenzierung und Weiterentwicklung.
Hierzu präsentierte Gunnar Braun (VKU, Landesgruppe Bayern) den Cluster-Ansatz, die gemeinsame Akquisition von mehreren Verbänden auf Landesebene für ein regionales Netzwerk. Auf diese Weise wurden bereits erfolgreich einige Netzwerke gegründet. Dr. Christoph Zschocke (Ökotec Energiemanagement GmbH) und Frau Dr. Anna Gruber, Forschungsstelle für Energiewirtschaft hoben die Bedeutung neuer Themen und Anforderungen wie Kennzahlen und ISO50001 für die Netzwerkinitiierung und -arbeit hervor. Die explizite Einbindung des Themas Erneuerbare Energien neben Energieeffizienz war bei der Gründung des Netzwerks 4E (wurde auf den Berliner Energietagen 2018 bereits ausgezeichnet) nicht nur ein großer Erfolg, wie Dr. Manfred Groh (BayWa r.e.) berichtete, sondern auch ein willkommenes Technologiefeld für Unternehmen, die schon länger bei der Energieeffizienz unterwegs sind und ihre CO2-Neutralität in den nächsten 10 bis 15 Jahren erreichen möchten.


Nach der Veranstaltung wurden sechs REGINEE-Netzwerke und zwei weitere aus Deutschland und eines aus dem Vorarlberg (Österreich) mit dem AGEEN-Gütesiegel durch Herrn Berthold Goeke (BMU) ausgezeichnet:

  • Energieeffizienz-Netzwerk energie-intensiver Industrien in Unterfranken
  • Netzwerk EEN Allgäu
  • Netzwerk REGINEE Bonn/Rhein-Sieg
  • Netzwerk REGINEE München I
  • Netzwerk REGINEE OWL
  • Netzwerk REGINEE Osnabrück
  • Netzwerk REGINEE Emsland
  • Netzwerk REGINEE Südwestfalen

aus Österreich:

  • 4. Energieeffizienz-Netzwerk Vorarlberg
    Ebenso erhielt die Fa. Roche Diagnostics die Good Practice-Auszeichnung der AGEEN für Netzwerk-Unternehmen.