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Mari:e   STREKS

Mari:e animiert Unternehmen zu renditestarken Klimaschutz-Investitionen
- durchschnittlich 12.000 Euro geringere Jahresenergiekosten pro Betrieb

Frankfurt/Karlsruhe, 20. April 2016. Mit durchschnittlich 3,5 % Energieeinsparung binnen zweieinhalb Jahren tragen die teilnehmenden Netzwerk-Betriebe überdurchschnittlich viel zur Energiekostensenkung und zur CO2-Minderung in der Wirtschaft bei. Sie steigerten ihre Energieeffizienz gegenüber dem Durchschnitt der mittelständischen Unternehmen um 50 % schneller. Durch verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien bzw. den Bezug von „grünem Strom“ liegt die CO2-Emissionsminderung sogar noch etwas höher. 

Abschlusskonferenz_Marie2016
Michael Mai bei der Vorstellung der Projektergebnisse

Diese Ergebnisse wurden anlässlich der Abschlusskonferenz des Pilot-Projekts „Mari:e - Mach`s richtig: energieeffizient!“ in den Räumlichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt (Main) publiziert. In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben in vier Energieeffizienz-Netzwerken für KMU 41 Unternehmen an dem effizienten Energieeinsatz innerhalb ihrer Betriebe gearbeitet. „Die Ergebnisse sind hervorragend“, meinte der Bereichsleiter, Dipl.-Ing. Michael Mai. „Das Potenzial selbst dieser Vorreiter-Betriebe ist damit bei weitem nicht ausgeschöpft“, kommentierte der Projektleiter, Dipl.Wirtsch.-Ing., M.Sc. Andreas Gerspacher. Mit den entdeckten wirtschaftlichen Maßnahmen (mit einer internen Verzinsung von mehr als 12 %) ließe sich der Energieverbrauch um gut 10.000 MWh/a und die CO2-Emissionen um 6.500 t/a senken.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) förderte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) die vier Pilot-Netzwerke und ist sehr zufrieden, dass allein im vergangenen Jahr fünf weitere Effizienz-Netzwerke nach dem Marie-Standard entstanden (Lübeck, Kiel, Oldenburg, Nordhessen und Ettlingen) – und es werden schnell mehr werden im Rahmen der Initiative 500 Energieeffizienz-Netzwerke. Diese Selbstverpflichtung von 22 Wirtschaftsverbänden vom Dezember 2014 „adelte“ die Energieeffizienz-Netzwerke zu einem energiepolitischen Instrument speziell für Wirtschafts-unternehmen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE).

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Verleihung der Abschlussurkunden an die Vertreter der vier Pilot-Netzwerke durch Anja Mager (BMUB)

Auch die Teilnehmerbetriebe des Pilot-Projekts Mari:e sind sehr zufrieden!

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Vorreiter-Unternehmen uneingeschränkt auch anderen Unternehmen die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk empfehlen würden. Besonders die Netzwerktreffen, die mind. zweimal pro Jahr stattfinden, der damit verbundene moderierte Erfahrungsaustausch und das jährliche Monitoring haben sich als wichtiger Aspekt des Konzepts herausgestellt.
Die Netzwerktreffen – meist mit Betriebsbegehung bei einem der teilnehmenden Unternehmen durchgeführt – wurden durchweg sehr positiv bewertet. Wertvoll für die Teilnehmer waren auch die Vorträge seitens externer Fachreferenten zu Energieeffizienz-Themen, die sie selbst zuvor festgelegt hatten. Der moderierte Erfahrungsaustausch zu umgesetzten, geplanten (und auch gescheiterten) Energieeffizienzmaßnahmen als „Herzstück“ der Netzwerktreffen brachte den Unternehmen neue Ideen, praktische Umsetzungsvorschläge und die Vermeidung von bereits gemachten Fehlern anderer, so die Befragten.

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Podiumsdiskussion zu den Erwartungen an die Entwicklung der KMU-Energieeffizienz-Netzwerke

Hintergrund:
Das Konzept des Effizienzmodells Mari:e – Mach`s richtig: energieeffizient! richtet sich an kleine und mittelgroße Unternehmen (mit Jahresenergiekosten in der Größenordnung zwischen 50.000 und 1 Mio. Euro). Sie werden befähigt, die bestehenden Energieeffizienz-Potenziale mit weniger Zeitaufwand und schneller zu realisieren und am Spitzenausgleich der Energie- und Stromsteuer teilzuhaben (produzierende Unternehmen).

Dazu tauschen über eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren 10 bis 15 Unternehmen in einem Netzwerk ihre Erfahrungen zur effizienten Nutzung von Energie aus. Basis ist i.d.R. ein Energieaudit zu den Möglichkeiten der Energieeffizienzsteigerung und deren Wirtschaftlich-keit (sofern eine Liste mit wirtschaftlichen Energieeffizienzmaßnahmen durch beispielsweise ein Energiemanagementsystem ISO 50001, SpAEfV, o.ä. nicht schon vorliegt). Regelmäßige (min. zweimal pro Jahr) auf ein vereinbartes Thema vorbereitete und moderierte Treffen bringen neue Informationen und regen den Erfahrungsaustausch an. Ein jährliches Monitoring sichert die Ergebnisse. Ziel der Mari:e-Netzwerke sind die kontinuierliche Senkung der Energiekosten der beteiligten Unternehmen und zugleich die Verminderung der CO2-Emissionen, d.h. ein Klimaschutz mit beeindruckenden Gewinnen für die Unternehmen. Mari:e-Netzwerke aus der ersten Pilotphase befinden sich in den Regionen Karlsruhe, Nordbaden, Leipzig und Saarbrücken.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert das Effizienzmodell Mari:e mit Mitteln aus der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung. KMU-Betriebe können zudem Zuschüsse aus dem Programm „Energieberatung Mittelstand“ beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten. Das Projekt wurde von der Stiftung für Ressourceneffizienz und Klimaschutz (STREKS), Karlsruhe, unter wissen-schaftlicher Leitung von Prof. Dr.-Ing. Eberhard Jochem im Zeitraum Mitte 2012 bis Mitte 2016 durchgeführt. Er brachte die Energieeffizienz-Netzwerke im Jahre 2002 aus der Schweiz nach Deutschland.

Weitere Informationen unter www.marie.streks.org